

Der etwas andere Unterricht an unserer E-Schule St. Fridolin
Am 14. September 2009, pünktlich zum Schuljahresbeginn, startete die pro juve CARITAS JUGENDHILFE Hochrhein gemeinnützige GmbH im
Bildungszentrum Bonndorf mit einem neuen Hilfeangebot für Kinder und deren Familien.
Zielgruppen sind Kinder der Bonndorfer Grundschule, der Unterstufe der Förderschule in Bonndorf sowie benachbarter Gemeinden, die
sich einerseits im Regelschulkontext schwerlich zu Recht finden und bei denen Unterstützungsbedarf im erzieherischen und familiären Kontext
besteht.
Bereits vor geraumer Zeit wurde vom Kreisjugendamt Waldshut signalisiert, dass insbesondere für die jüngeren Kinder die
Anfahrtswege aus der Raumschaft Bonndorf zu unserem Standort in Lauchringen sehr lang seien, insbesondere in den Wintermonaten würden die
Kinder ihr Elternhaus bei Dunkelheit verlassen und auch erst wieder bei einkehrender Dunkelheit zurück kehren. Diese Argumentation
beschäftigte uns seit einiger Zeit, zumal es uns ein Anliegen ist, neben dem Anspruch möglichst bedarfsgerechte Hilfen für Familien gemeinsam
mit dem Jugendamt zu entwickeln, diese auch möglichst wohnortnah zu installieren.
Anfang des Jahres 2009 begab sich die pro juve CARITAS JUGENDHILFE Hochrhein gemeinnützige GmbH gemeinsam mit dem Kreisjugendamt Waldshut in einen Konzeptionsentwicklungsprozess, um eine Hilfeform ganz an den Bedürfnissen der Kinder und deren Familien orientiert, gemeinsam zu erarbeiten. Bereits seit längerem beschäftigen wir uns in unserer Einrichtung mit der Fragestellung, was ganzheitliche Bildung alles umfasst. Diese Fragestellung war auch ein ganz wesentlicher Gesichtspunkt seitens des Jugendamtes bei der Konzeptentwicklung. Es sollte eine Hilfeform entstehen, bei der die klassische Schul- und Sozialpädagogik eng miteinander verzahnt werden sollten. Wesentlich war es, die gesamte Lebenswelt des Kindes im Blick zu haben und einer Segmentierung in diverse Lebenswelten des Kindes entgegenzuwirken. Diese Überlegung wurde auch seitens des Schulamtes sowie der beteiligten Rektoren der Grund- und Förderschule in Bonndorf sehr begrüßt.
In der konkreten konzeptionellen Umsetzung bedeutet dies z. B., dass es keine klassische Trennung mehr
zwischen Schulvormittag und Jugendhilfeangebot am Nachmittag gibt. Viel mehr bilden der Sozialpädagoge und die zwei teilzeitbeschäftigten
Lehrerinnen ein Team, das die 8 Kinder von 08:00 Uhr bis 15:00 Uhr pädagogisch begleiten.
Auf der Basis des Bildungsplanes der Sonderschule für Erziehungshilfe geht es darum, den Kindern verschiedene Fächerverbünde sowohl aus
Schul- als auch Sozialpädagogischer Sicht zu erschließen z. B. in den Bereichen Naturpädagogik, Erlebnispädagogik, Sport- und Bewegung,
musisch kreativer Bereich sowie Soziales Lernen.
Ein wesentliches Merkmal unseres Projektes lässt sich mit dem Stichwort
„Integration“ umschreiben. Dadurch, dass wir Räumlichkeiten im Bildungszentrum nutzen, können die Kinder in ihrer bisherigen
vertrauten Umgebung verbleiben und Kontakte zu bisherigen Klassenkameraden pflegen. Dort wo es möglich ist, werden die Kinder auch in
Teilbereichen z. B. Sport oder Musik in ihre bisherigen Klassenverbände integriert. Im Bedarfsfall werden sie von der sozialpädagogischen
Fachkraft im Regelunterricht begleitet.
Ebenso nehmen die Kinder an Festen, Feiern und Schulprojekten der Regelschule teil.
Dies sind alles wichtige Faktoren, um einer etwaigen Ausgrenzung der Kinder entgegenzuwirken.
Klares Ziel ist es, die Kinder spätestens beim Übergang von der Grundschule in eine weiter führende Schulform, wieder in die Regelschule zurückzuführen.
Durch eine intensive Familienarbeit mit Elementen, wie Familiencoaching vor Ort, Elterntrainings- und Familenwochenenden, sollen die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden. Es gilt, im Familiensystem vorhandene Ressourcen zu aktivieren und gegebenenfalls neue Erziehungs- und Beziehungsmuster zu entdecken und positiv auszugestalten.
Dort wo noch nicht vorhanden, sollen auch soziale Netzwerke für die Kinder außerhalb ihrer familiären Kontexte, z. B. über Vereinsmitgliedschaft, geknüpft werden, um für die Kinder dadurch weitere Orte sozialen Lernens sowie einer sinnvollen Freizeitgestaltung zu schaffen.
Ansprechpartner:
Dieter Weisser
Abteilungsleitung
Tel.: 0 77 61 / 931 22
E-Mail: d.weisser@projuve-cjh.de
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